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Regelmäßig eskalierte Situation in der Reinhartser Straße. Nun packt Stadt, Diakonie und BSG das Problem an.

Kempten (mori). Gut Ding will Weile haben – das gilt auch für Wohnen und Leben an der Reinhartser Straße im Bereich der Hausnummern 2, 8 und 10. Vor etwa 30 Jahren waren es einfache Mietshäuser. Dann wurden dort immer mehr Wohnungslose aufgenommen und die Situation spitzt sich zu: Randale, Polizeieinsätze, immer wieder zerstochene Reifen, Prügeleien, Saufgelage.

Engagierte Anwohner schritten ein, die Stadt Kempten gab Geld und setzte sich ebenfalls ein – zusammen mit der Diakonie Allgäu. Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Allgäu (BSG) plante die Sanierung der Häuser. Nun wendet sich das Blatt allmählich wieder.
Sozialarbeiter Christian Koops hat seit dem Frühjahr bei der Stadt Kempten die Aufgabe, Menschen grundsätzlich vor einer Zwangsräumung zu bewahren – damit diese gar nicht erst in eine Notunterkunft müssen. Über 30malwar er bereits erfolgreich. „Verhandlungen mit dem Vermieter vor einer Räumungsklage, möglicherweise ein Mietdarlehen. Je früher man ansetzen kann, desto besser“, so Kemptens Sozialreferent Thomas Baier- Regnery.
Besser strukturiert wird inzwischen auch die Aufteilung der Wohnungslosen. Hier gab es lange Zeit eine problematische Nutzungsmischung. Bisher lebten alleinerziehende Mütter mit Kindern und alleinstehende Männer vielfach unter einem Dach. Konflikte blieben nicht aus. Auch soll eine Ballung von Notunterkünften vermieden werden. „Es ist sinnvoller, diese Wohnräume über die Stadt zu verteilen“, informierte Baier-Regnery.
Die Diakonie Kempten hat beim Sozialministerium zwei Vollzeitstellen beantragt. „In der Reinhartser Straße wird es für die zwei Vollzeitkräfte auch ein Büro mit Anlaufstelle geben. Damit werden die in den Notunterkünften untergebrachten Menschen sozialpädagogisch betreut, sie haben dann immer einen Ansprechpartner. Ein Sicherheitsdienst wird zusätzlich temporär eingesetzt. „Wir hoffen, dass die Sozialpädagogen baldmöglichst anfangen können“, sagt Indra Baier-Müller, Chefin der Diakonie Allgäu.


Rund 500 000 Euro nimmt die Stadt Kempten in die Hand. Zunächst soll eine zentrale Heizung eingebaut werden, bisher wird hier noch mit Öl-/Holzöfen geheizt - in der Vergangenheit oft genug mit Post aus den aufgebrochenen Briefkästen, wenn Anzündholz fehlte. Nun hoffen die Bewohner, dass die Heizung läuft, wenn es kalt wird.
"Die Notunterkunft soll ja kein Dauerzustand werden, aber sie muss menschenwürdig sein“, sagte Baier-Regnery zu den Veränderungen. Auch Waschmaschinen mit Münzautomatik und Schließfächer gehören dazu. Aufgebrochene Briefkästen, eingetretene Wohnungstüren, nach Wiederholungen nur mehr notdürftig mit Holzplatten wieder hergerichtet, Kot und Urin im Keller sollen stattdessen bald der Vergangenheit angehören. Anwohnerin und wundert sich zum Beispiel über die „Säuferbank“ vor der Haustüren. „Würde die Bank ums Haus herum stehen und nicht direkt am Eingang, wäre die Situation wahrscheinlich schon entspannter“, sagt sie. Das gehöre ebenso zur Verbesserung des Wohnumfelds.


Positiv wirke sich die Soziale Stadt Kempten-Ost aus. Wie schon in Thingers oder St. Mang soll das Quartiersmanagement helfen, das Image und damit die Wohnqualität in dem Viertel zu verbessern. Auch das gehe aber nicht von „jetzt auf sofort“. Am 12. September treffen sich Interessierte am Stadtteilbeirat ab 19 Uhr im Pfarrzentrum St. Ulrich. Um die Gemeinschaft im Stadtteil zu fördern gibt es am 28. September ab 11 Uhr ein Stadtteilfest im Engelhaldepark.

Wortweiser Notunterkunft:
Das sind behelfsmäßige Unterkünfte auf Zeit. Hierfür gibt es keine Mietverträge, sondern die Nutzer zahlen lediglich eine Nutzungsgebühr. In den Räumen gibt es keinen besonderen Standard, aber es muss „menschenwürdig“ sein. Notunterkünfte sind nicht auf Dauer ausgelegt. Die Notunterkünfte sind gedacht für Menschen nach einer Zwangsräumung, Obdachlose oder auch entlassene Straftäter.

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